Fußnoten zum Samstag

Ein Artikel von FRAGOLIN

Bürgermeister zur Aufnahme von Flüchtlingen bereit“, so jubeltitelt der „Standard“ gestern, und ich dachte mir: Doch, jetzt, das lässt keinen Zweifel zu, macht es einer vor und nimmt selbst Flüchtlinge auf.
Doch weit gefehlt, auch diesmal wieder nur das Übliche: der grüne Bürgermeister von Innsbruck ist leider absolut nicht bereit, Flüchtlinge aufzunehmen, sondern nur, anderen Leuten zweihundert Flüchtlinge aufs Auge zu drücken, mit denen er sich dann in Wahlprospekten schmücken kann. Zahlen, leisten und die Reibungswärme ertragen sollen gefälligst alle anderen.
Bei den Grünen also wie bei den Roten.
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Die Sozen haben für einen neuen Treppenwitz gesorgt. Im vollmundigen Kampf gegen illegale Parteienfinanzierung haben sie der politischen Konkurrenz lauthals schreiend Fußangeln gebaut, um Großspenden zu verhindern und den Pinken und den Schwarztürkisen eine reinzuwürgen.
Jetzt wurde die erste Partei wegen einer extra für sie durch Dritte ausgerichteten Großwahlveranstaltung zu einer Strafzahlung von 180.000 Euro verdonnert.
Und zwar die SPÖ selbst.
Kann man nicht erfinden.
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Die Eskalation an der türkisch-griechischen Grenze wird pikant. Was man als offene Kriegshandlung hinter einem menschlichen Schutzschild werten und verurteilen kann, ist nämlich der Konflikt zwischen zwei NATO-Partnern. Rechtlich müsste die Türkei als Aggressor schon längst draußen sein, aber Erdogan ist Trumps best Buddie. Die Griechen derweil haben die NATO-Partner aus der EU auf ihrer Seite. Nur: den Oberbefehl hat die USA. In der NATO läuft das, was Trump sagt.
Und Erdogan ist dem in den Hintern gekrochen, während Merkel, Macron und Co. Trump mit Spott, Hohn, Häme und Hass übergossen haben. Die EU hat in ihrer Präpotenz nicht nur den ihr früher wohlgesonnenen Russen mit Sanktionen, Beschimpfungen und Kriegsrhetorik den Stuhl vor die Tür gestellt und diese zugeknallt, sie haben auch ihre einzige Schutzmacht und Oberbefehlshaber des eigenen Verteidigungsbündnisses präpotent am Nasenring durch ihre Medien geschleift und permanent zum Gespött gemacht.
Sieht nicht gut aus für die EU. Der weltpolitische Kleinkriminelle aus Ankara mausert sich zum Gangster und hat sich das Wohlwollen der beiden Großmächte erschlichen, die Einfluss auf die Geschicke der EU nehmen können. Die EU hat es sich mit allen verscherzt. Den Türken wird keiner aufhalten. Der hat schon 10 Millionen Soldaten hinter dieser Front.
Und Merkel blockiert auf EU-Ebene bereits verbale Verurteilungen der Türkei, wohl befürchtend, dass ihr die Lage nach nur einer SMS des Wahnsinnigen an seine Soldaten in Deutschland innerhalb Stunden aus den Händen gleiten wird. Sanktionen, die das einzige Mittel der Stunde wären, wird es deshalb nicht geben.
Tja. Hochmut kommt vor dem Fall.
Die größenwahnsinnigen Provinzpolitiker der EU sind gescheitert. An einem größenwahnsinnigen Provinzdiktator.
Die Briten haben alles richtig gemacht.
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Als ich mir gestern im Foyer eines großen Bildungsanbieters meine Zeit mit Medienlektüre vertrieb, setzte sich ein junges Pärchen unweit auf eines der Sitzposter, musterte mich kurz, und der junge Mann bemerkte trocken: „Früher hatten alte Leute gegen kalte Beine eine Katze auf dem Schoß, heute einen Laptop.“
Tja, Kinder, so ändern sich die Zeiten.
Mal sehen, was ihr so auf dem Schoß habt, wenn ihr alt seid.

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