Fußnoten zum Donnerstag

Ein Artikel von FRAGOLIN

Van der Bellen appelliert, man möge doch wenigstens die Frauen und Kinder aus der Türkei aufnehmen. Erstaunlich, wie schnell ein Grüner jedes Quotendenken aufgibt.
Woran Gandalf Gelbzahn ein Kind erkennen will, hat er nicht erklärt, denn viele bisher ankommende Kinder haben wuschelige Vollbärte und sehen aus wie über dreißig, aber wenn sie behaupten, dreizehn zu sein und ganz allein ohne Mami unterwegs, müssen wir das eben glauben und ihrem herzerweichenden Hilfserflehen auch dann noch wohlwollend Gehör schenken, wenn sie in den neuheimischen Amtsstuben neckisch mit dem Spitznamen „Derschonwieder“ benannt werden.
Warum der Verhüllungsfreund Frauen unbedingt in ein angeblich zutiefst islamophob-rassistisches Land verfrachten will, in dem er selbst allen Frauen ausrichtet, sie mögen sich aus Solidarität mit den permanent von weißen Nazimännerhorden durch die Straßen gemenschenjagten Musliminnen Kopftücher aufsetzen, ist mir auch nicht ganz klar. Hasst er Musliminnen so sehr, dass er sie zu den Kopftuchherunterreißern schicken will?
Eines hat das dampfende Kalkbergwerk mit seinen Vorgängern gemeinsam: Immer wenn man dachte, sie mögen einmal Stellung beziehen, waren sie am Klo oder im Raucherkammerl, und immer, wenn sie dann doch etwas sagten, dachte man sich, ach hätten sie doch besser geschwiegen. So gesehen füllt Van der Bellen sein Amt mit folkloristischer Würde aus.
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Ach ja, noch so ein Bonmot aus des Hofbürgers Räucherkammerl: Wir könnten Erdogans handverlesene Grenzgänger schon deshalb willkommenheißend empfangen, weil es ja leerstehende Geflüchtetenunterkünfte gäbe. Wenn man, so die Übersetzung, schon Werkzeuge für den Notfall hat, wäre es ja Verschwendung, nicht ab und zu für Notfälle zu sorgen. Das wäre ja wie eine arbeitslose Feuerwehr, die fertig betankt im Rüsthaus steht und vor sich hin poliert wird. Da könnte man ja auch ab und zu einen Brand legen, damit man das Ding nicht vollkommen sinnlos herumstehen hat…
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Die Hunger-Spiele sind um eine Facette reicher. Belohnung in Form von lebenslänglicher Alimentierung im weichesten Sozialbett der Welt bekommen nicht nur jene, die erfolgreich den Sahara-Triathlon überwunden haben ohne vertrocknet, ertrunken oder von aufgebrachten Rechtgläubigen am siebten Halswirbel amputiert zu werden sondern auch jene, die nach sorgfältiger Auslese durch den Großmächtigen Sultan von Osmanopimpistan von diesem an seine Grenze deportiert und der EU vor die Füße gekippt werden.
Jetzt bestimmt der Irre vom Bosporus also auch schon, wen wir in unser Sozialsystem aufzunehmen haben, und unsere Grünen stehen schon wieder parat und propagieren in seinem Sinne. Auf diese Dolme ist sowas von Verlass…
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Lesbos, so empörtitelten mehrere Tagesmedien, werde jetzt von „Rechtsradikalen“ erobert. Das ist erstaunlich, handelt es sich bei den „Rechtsradikalen“ doch um die vor Allem männliche Jugend der autochthonen Inselbevölkerung, die die Insel gar nicht erobern können, da es einfach ihre Insel ist. Wer „Palästina den Palästinensern!“ sagt, muss auch „Lesbos den, äh, Lesbonensern!“ sagen. Oder so. Denn diese angeblichen „Eroberer“ sind deswegen „rechtsradikal“ weil sie schnauzenvoll gegen jene NGO-Gutmenschen vorgehen, die ihre Insel mit jenen jungen Männern fluten, die täglich wirklich die Insel „erobern“ und in ein Drecksloch verwandeln, das einst vom Tourismus lebte und nun zu einem Shithole mutiert.
Da fällt mir schon wieder einer ein:
Wer gegen „Palästina den Palästinensern!“ ist, ist ein Nazi.
Wer für „Österreich den Österreichern!“ ist, auch.
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Wenn Assad einen Angriff auf Türken startet, die völkerrechtswidrig in sein Land eingefallen sind, dann wird das von unseren Medien als eine üble Aggression angeprangert. Nach dieser Sichtweise hätten die Russen im November 1942 eine üble Aggression gegen die Wehrmacht vor Stalingrad gestartet. Heutige Medien würden dafür Sanktionen gegen Stalin fordern. Faktenchecker und Qualitätsmedien eben.
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Einen noch: der Bürgermeister von Trumau schlägt vor, man solle einfach eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen und versorgen. Fand ich toll von ihm, so mit gutem Beispiel vorangehen zu wollen. Doch dann musste ich lesen, er meint natürlich weder bei sich noch anderen Privatpersonen, sondern in allen Gemeinden in Österreich. Die Gesellschaft soll, die Gemeinschaft soll, alle Anderen sollen – ach ja, der Guteste ist natürlich ein Roter. Erklärt dann auch wieder alles.

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