Corona, Migration: Dauerkrise führt zu „Weltsystemcrash“

Nach der Ankündigung eines hohen türkischen Beamten, Millionen syrischer Migranten die Weiterreise über die Türkei nach Europa zu erlauben, brachen die Börsen quer über den Globus ein. Gepaart mit der Dauer-Krise um den Corona-Virus scheinen die Anleger jegliches Vertrauen in die Märkte und auch die Politik verloren zu haben.

Ein Kommentar von Chefredakteur Christian Seibert

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Der Deutsche Aktienindex (DAX) verlor am Freitag zeitweise mehr als fünf Prozent. Mit einem DAX-Minus von 13,5 Prozent erlebten die Anleger die schwärzeste Woche seit Beginn der Weltfinanzkrise des Jahres 2008.

Corona-Virus breitet sich aus

Und auch der Corona-Virus tut sein Übriges zur Lage an den Märkten und breitet sich immer weiter aus. In Deutschland sind bereits mehr als 30 Menschen mit dem gefährlichen Virus infiziert und auch in Österreich wurden am Donnerstag drei neue Erkrankungen bekannt. Die türkische Regierung hat ihre Ankündigung, die wohl unter dem Eindruck des Todes von 30 türkischen Soldaten nach einem russisch-syrischen Luftschlag bei Idlib entstand, wieder relativiert. In der Migrationspolitik bleibe am Bosporus alles beim Alten, sind die Offiziellen um Beruhigung bemüht. Doch Videos zeigen bereits, wie sich hunderte Menschen auf den Weg nach Europa machen.

Dauer-Krise in Europa

Nichtsdestoweniger erscheint es momentan so, als würde sich Europa in einem Dauer-Panikmodus befinden. Augenscheinlich ist, dass die EU-Staaten beim Bürger wieder einmal den Eindruck hinterlassen, mit der Situation völlig überfordert zu sein. In Italien beispielsweise konnte sich das Virus nur ausbreiten, weil laut Premierminister Conte die hygienischen Bedingungen in den Spitälern schlecht seien. Dass der österreichische Gesundheitsminister Rudi Anschober von den Grünen bei der Corona-Virus-Debatte im österreichischen Parlament am Donnerstag mehrmals in der Nase bohrte, sei als humorvolle Untermalung dieses Eindrucks erwähnt.

Trumps Einreisestopp wirkt

Anschober verwies übrigens noch einmal darauf, dass Grenzkontrollen nach Italien zur Eindämmung des Virus nicht angedacht seien. Wenn man bedenkt, dass die ersten beiden Erkrankten in Innsbruck jedoch Italiener waren, die eben aus jener Region kamen, kann man durchaus zu dem Eindruck gelangen, dass hier jemand seine politische Gesinnung „einer Welt der offenen Grenzen“ vor den Schutz der österreichischen Bevölkerung stellt. Übrigens: In den USA ist der Corona-Virus eine Randerscheinung. Warum? Weil US-Präsident Donald Trump sofort nach Ausbruch des Virus in China einen Einreisestopp für „das Land der aufgehenden Sonne“ erlassen hat. So einfach kann es gehen…

Voraussagen bewahreitet

Als ich kurz nach Ausbruch des Virus in China darauf hingewiesen habe, dass die Wirtschaft massiv unter dessen Ausbreitung leiden könnte, wurde ich im Netz noch milde belächelt und gar als „Alarmist“ verspottet. Heute lacht über diese wahrgewordene These kaum noch jemand, wenn sogar die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) am Freitag titelt: „Die Wirtschaft steht unter Corona-Schock!“ Experten der Deutschen Bank (DB) gehen schon davon aus, dass Deutschland in eine Rezession rutschen werde. „Die exportorientierte deutsche Wirtschaft wird durch die Unterbrechung von internationalen Lieferketten besonders schlimm getroffen“, sagte etwa DB-Volskwirt Stefan Schneider.

Keine Nasenbohrer gefragt

Es scheint fast so, als wären der politischen Klasse in Europa die Probleme diesmal über den Kopf gewachsen. Wenn eine neue Flüchtlingskrise droht und sich mit dem weiter ausbreitenden Corona-Virus und der daraus folgenden wirtschaftlichen Eintrübung kumuliert, könnten wir einem großen „Weltsystemcrash“ ein Stück nähergekommen sein. Dieser wird etwa vom deutsch-amerikanischen Ökonomen Dr. Max Otte in seinem gleichnamigen Buch beschrieben.

Crash für 2020 prophezeit

Und auch der Volkswirtschaftler und Erfolgsautor Dr. Markus Krall geht von einem großen Finanzcrash aus, der die Weltwirtschaft noch in diesem Jahr erreichen und die Folgen von 2008 übertreffen werde. Alles Verschwörungstheorie? Nun, ich bin kein Ökonom, um diese Frage abschließend beantworten zu können. Plausibel erscheint mir jedoch, dass es zur Eindämmung einer Krise durchsetzungsstarke Politiker-Figuren brauchen wird. Die sehe ich momentan in Europa im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten nicht.

Das oben beschriebene Nasenbohren allein wird wohl zu wenig sein, um die Fülle an Krisen bekämpfen zu können…


DER GROSSE CRASH NAHT – SO KÖNNEN SIE SICH SCHÜTZEN! GEMEINSAM MIT DEM „WOCHENBLICK“-FINANZEXPERTEN THOMAS BACHHEIMER DISKUTIERE ICH ZU DIESEM THEMA AM 11. MÄRZ, 19 UHR, IN WELS. MELDEN SIE SICH HIER AN.

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