Öffentliche Hinrichtung von Vergewaltigungs-Mördern

Zum Aufhorchen: ein Gericht in der islamischen Republik Somalia verhängte die Todesstrafe durch Erschießen über zwei Männer, die eine 12-Jährige auf einem Markt entführt, vergewaltigt und erwürgt haben. Der Vorfall ereignete sich in der halb-autonomen Region Puntland, die 2016 erstmals Vergewaltigung und sexuelle Nötigung als Straftat im Gesetz verankerte. Der furchtbare Fall führte zu einem Aufschrei und zu Demonstrationen im ganzen Land. Auch eine Online-Protest-Plattform, #JusticeForAisha, wurde eingerichtet.

Ein Bericht von Kornelia Kirchweger

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Vater stellt Erschießungskommando zusammen

Die Exekution der Vergewaltigungs-Mörder erfolgte, laut Gerichtsurtei, vor wenigen Tagen öffentlich, auf dem Stadtplatz von Bassaso, an der Nordküste von Somalia. Ein dritter verurteilter Mitangeklagter muss für 10 Jahre ins Gefängnis. Ilyaas Adan, der Vater des Opfers, und andere, wohnten der Hinrichtung bei. Der Vater sagte gegenüber Medien, er habe persönlich das Erschießungskommando zusammengestellt. Nach der Exekution habe er sich davon überzeugt, dass die beiden auch wirklich tot sind.

Sexuelle Gewalt „völlig normal“

Für die islamische Republik Somalia ist dieses Urteil eine Sensation. Es war nur deshalb möglich, weil Puntland halbautonom ist und seit 2016 ein Gesetz über sexuelle Straftaten hat. Das gilt für Vergewaltigung, sexuelle Belästigung und Online-Sexualstraftaten. 2017 gab es bereits ein, bis dahin völlig unmögliches, Urteil: fünf Männer, die ein Mädchen vergewaltigt hatten, und ein Video der Tat ins Netz stellten, wurden zu Peitschenhieben und 10 Jahren Gefängnis verurteilt.

„Sexuelle Gewalt schockierte leider niemanden hier in Puntland, das war immer etwas ganz Normales“, beklagte Hawa Aden Mohamed, Gründer des Galkayo Bildungszentrums für Frieden und Entwicklung, das für die Rechte der Frauen eintritt. Aisha sei ein furchtbarer Fall. Er hoffe, dass sich endliche etwas tue, und die Gewalt gegen Frauen und Mädchen, für die Männer bisher straflos ausgingen, bald ein Ende hat.

Zerrissenes Land

Somalia ist per Verfassung ein islamisches Land, die Mehrheit der Bevölkerung sind Sunniten. Das Land ist zerrissen in Kämpfen zwischen Clans, Warlords, Piraten und radikal-islamistischen Gruppen. Die radikal-islamischen „al-Shabaab“, kontrollieren weite Teile des Landes, wo eine strenge Auslegung der Shari’a gilt. Frauen haben dort keine Rechte, müssen sich verhüllen bzw. sind aus dem öffentlichen Raum verbannt. Frauen-Beschneidungen sind an der Tagesordnung. Das Propagieren oder die Ausübung anderer Religionen bzw. der Abfall vom Islam wird mit drakonischen Strafen – u.a. durch Auspeitschung – bestraft. Somalische Kinder werden zumeist in Koranschulen unterrichtet.

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