New Hampshire: Nach Sieg setzt Trump-Express Kurs auf South Carolina

Der konservative Radiosender „Breitbart“ hat sich einen „Running Gag“ zu eigen gemacht. Nach Debatten der Demokraten erklärte dieser stets: And the winner is Donald J. Trump. Nach dem Caucus-Chaos in Iowa konnte der Schmäh weiter rennen, wie die Österreicher sagen. Und auch die Vorwahl in New Hampshire birgt gute Nachrichten für den amtierenden US-Präsidenten.

Amtsinhaber, welche sich Vorwahlen stellen müssen, kämpfen für gewöhnlich mit geringer Mobilisierung in der Frühphase des Wahlkampfes. Dies hat den Nachteil, dass Wählerregistrierungen erst später erfolgen. So holte Clinton 1996 84 Prozent der Stimmen. George W. Bush 2004 80 Prozent und Obama 2012 82 Prozent. In absoluten Zahlen holte Obama 49.000, Bush 53.000 oder Ronald Reagan 1984 65.000 Stimmen.

Trump konnte 86 Prozent überzeugen und hat mit 120.000 Stimmen mehr eigene Anhänger mobilisiert, als alle anderen amtierenden Präsidenten in den vergangen 40 Jahren.

Bei einer Trump-Rally in Manchester, New Hampshire, nahmen über 52.000 Personen teil. 25.000 Wähler wurden registriert. 17 Prozent waren 2016 noch Nichtwähler und 25 Prozent sind ehemalige Demokraten. Der Trump-Express setzt seinen Kurs ebenso ungehindert wie unbeeindruckt fort.

Ach ja, die Demokraten: Der Überraschungssieger von Iowa, Pete Buttigieg, liegt mit 24,5 Prozent knapp hinter Bernie Sanders mit 26 Prozent. Wer glaubt, dass sich das Feld nun lichten und überschaubarer wird, hat sich getäuscht. Die Senatorin Amy Klobuchbar wurde mit 20 Prozent überraschende Dritte. Abgestraft wurde die Parteilinke Warren mit neun Prozent und der ursprüngliche Favorit Joe Biden mit acht Prozent.

Letzterer setzte sich zugleich in den Flieger nach South Carolina und trat gar nicht erst in New Hampshire vor seine Anhänger. Seine Hoffnungen ruhen nun auf South Carolina und Nevada, wo die demokratische Basis mehr durch Farbige sowie Latinos geprägt ist. Diesen werden Vorbehalte gegenüber den „Sandernistas“ nachgesagt. Verwöhnte weiße Mittelklasse-Kinder, die Revolution machen wollen. Zudem haben sie Schwierigkeiten sich an die Transformation hin zu einer Regenbogenpartei zu gewöhnen.

Aber auch diese Zugtüren hat der Präsident weit geöffnet…

[Autor: G.B. Bild: www.wikipedia.org/The White House from Washington, DC Lizenz: -]

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