Der Spiegel Nr. 39 – Du sollst nicht lügen

Ein Artikel von TichysEinblick

Ja, die katholische Kirche steckt in einer tiefen Krise. Das wird keiner bestreiten wollen. Das hängt auch mit den bekannt gewordenen Missbrauchsfällen zusammen, aber nicht nur. Ja, die Missbrauchsfälle sind schändlich. Jeder einzelne sexuelle Missbrauch ist schändlich, ganz gleich, von wem er begangen wird. Aber ist der Spiegel das Medium, um daran aufgehängt den Zustand der katholischen Kirche zu beschreiben? Nein. Das zeigt wieder einmal die Titelgeschichte „Das Schweigen der Hirten“. Martin Blasberg, Walter Mayr, Valentyna Polunina und Christoph Scheuermann schaffen es nicht, die der katholischen Kirche endemische Verflechtung von Glaube, Gehorsam, Organisation und Kirchenrecht zu entschlüsseln. Kirchenmänner haben sich mit ihrer Weihe bestimmten Regeln ihrer Organisation unterworfen. Das Opfer, das sie dadurch bringen, wird entgolten mit einem weitreichenden Schutz durch die eigene Gemeinschaft. Dazu kommen Misstrauen, Neid und Intrigen überall dort, wo es um Macht geht. Und im Vatikan und an den Bischofssitzen geht es genauso um Macht wie an der Spitze von Staaten, Unternehmen und Organisationen.

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