Unerwiderte Liebe: Die naive Hoffnung der FPÖ auf mediale Akzeptanz

Das lange Buhlen um die Gunst der Mainstream-Medien findet ein tragisches Ende: Mitunter mehrfach täglich postete Heinz-Christian Strache auf seiner offiziellen Facebook-Seite Artikel von den Seiten der „Kronen-Zeitung“ und „oe24.at“. Insgesamt 4,6 Millionen Euro an Regierungsinseraten aus Bundesministerien flossen auch von den Blauen 2018 an die „Kronen-Zeitung“, 3,3 Millionen an „Österreich“ und 3,5 Millionen an die Gratiszeitung „Heute“.

Ein Kommentar von Johannes Schüller

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Boulevardmedien antworteten – zeitweise – mit Babyfotos zu Straches Papamonat, trinkfeste Kolumnisten steigerten sich bis zur höchsten Peinlichkeit in Lobeshymnen. Gerne zeigten sich FPÖ-Granden bei „Fellner Live“ im Plauderton mit dem mächtigen wie politisch höchst flexiblen Medien-Mogul.

Hoffnung auf Akzeptanz

Doch eine Verbindung aus Alkohol, Naivität, mutmaßlicher Bestechlichkeit und hehren Versprechungen brachte die sehr einseitige Liebe zu Fall: Um die Herrschaft über die „Kronen-Zeitung“ zu erlangen, schreckte Strache nicht vor mehr als fragwürdigen Geschäften mit einer völlig unbekannten Oligarchen-Nichte zurück – nun sind seine Träume wie Seifenblasen zerplatzt! Dabei wähnte sich der ehemalige FPÖ-Boss bei so manchem Mainstream-Medium akzeptiert. „FPÖ am Ende!“ titelte die „Kronen-Zeitung“ auch in allen Regionalausgaben genüsslich.

Polit-Beobachter wollen ein breites Grinsen in Fellners Gesicht erkannt haben, nachdem Kurz seinen Posten-Schacher erfolglos beendet und Neuwahlen ausgerufen hatte. Der Gipfel medialer Häme, unabhängig davon, wie abstoßend auch der Auftritt von Gudenus und Strache gewesen sein mag: In Mainstream-Medien wird süffisant über eine angebliche „Ehekrise“ zwischen Strache und seiner Frau Philippa spekuliert!

Kampf gegen Rechts eskaliert

Dabei haben die vergangenen Tage vor allem eines gezeigt: Der Kampf um alte Pfründe und gegen jede ernstzunehmende rechts-patriotische Partei hat eine neue, gefährliche Schärfe gewonnen. Mit Freude wurde das unter äußerst professionellen Umständen entstandene, vernichtende Ibiza-Video von Mainstream-Medien seziert und öffentlich gemacht.

Jene dort geäußerten, rauschhaften Machtträume Straches kommen der medienpolitischen Gegenwart Österreichs und Deutschlands indes näher, als sich so mancher „Journalist“ eingestehen wollen dürfte. Der als klarer Kurz-Unterstützer geltende Immobilien-Gigant René Benko erwarb etwa 2018 über die deutsche „Funke Mediengruppe“ Anteile von 24,22 Prozent am „Kurier“ und 24,5 Prozent an der „Krone“.

So manche Medienbeobachter meinen, diese schlage sich bei der Berichterstattung über den aktuellen ÖVP-Boss besonders intensiv nieder. Indes toben innerhalb Österreichs mächtigster Zeitung noch immer Polit-Kämpfe im Schatten des alten, rot-schwarzen Systems. Just in jenem Jahr, als der Benko groß beim „Kurier“ einstieg, wurde die als bürgerlich-liberal und eher Kurz-freundlich geltende Martina Salomon Chefredakteurin der Zeitung.

Die SPD hält indes über ihre „Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft“ (ddvg) wichtige Anteile an zahlreichen Tageszeitungen in Deutschland und an dem einflußreichen Medienkonzern Madsack, zu dem wichtige Lokalzeitungen wie die „Hannoversche Allgemeine“, die „Kieler Nachrichten“ oder die „Leipziger Volkszeitung“ gehören. Ob sich dies auf die Berichterstattung auswirkt, mag jeder selbst an der parteipolitischen „Ausgewogenheit“ jener Blätter beurteilen.

Freie Medien statt Korruption

Diese Machtverhältnisse zeigen auch: Jedes erneute Buhlen um die Gunst ausgerechnet jener Medien und Kräfte, die nun von dem verheerenden Video profitieren, ist machtpolitisch völlig naiv und blauäugig. Die meisten Journalisten der großen Boulevard-Medien bleiben Fleisch vom Fleisch jener Akteure, die die illegale Masseneinwanderung 2015 und den ungehemmten Zuzug von Vergewaltigern, Mördern und Terroristen erst möglich gemacht haben!

Und eben in deren Hände spielt die Veröffentlichung des Ibiza-Videos vor der EU-Wahl. Alternativmedien müssen nun jenes einseitige, höchst parteiische Dauer-Trommelfeuer gegen die Freiheitlichen und das dritte Lager aufzeigen und als das bewerten, was es ist – der Versuch eines globalistischen Establishments, seine jahrzehntelang angesammelten Pfründe zu sichern. Vor allem die Akteure des alten, rot-schwarzen Polit-Sumpfes wittern nun Morgenluft. So bereitet der noch vor kurzer Zeit nach Salzburg abgeschobene, ehemalige Innenpolitik-Chef Claus Pándi laut Medien-Insidern nun sein Comeback vor!

Pándi galt einst als eingefleischter Unterstützer des Ex-Kanzlers Werner Feymann (SPÖ) und war mit dessen einstiger Pressesprecherin verheiratet. Laut „Kleiner Zeitung“ soll der „Journalist“ Pándi sogar in Vorbesprechungen ins Kanzleramt eingebunden worden sein: „Böse Zungen bezeichneten ihn als Hofschreiber des Hofschreibers des damaligen Kanzlers. Faymann-Kritiker wie etwa der steirische Landeshauptmann Franz Voves wurden medial gnadenlos hingerichtet und als Kernöl-Sozialist verhöhnt.“ Pándi setzt nun unverblümt die künftigen Maßstäbe für eine Regierung unter Kurz. „Der FPÖ fehlt es an den geistigen, den moralischen Voraussetzungen für eine vertrauenswürdige Rolle im Staat“, schreibt der zuvor in der Salzburger Versenkung verschwundene, einstige Faymann-Günstling bereits zwei Tage nach der Verkündung von Neuwahlen plötzlich auf Seite 2 der „Kronen-Zeitung“.

Alter Polit-Sumpf blüht auf

Zugleich kündigt er an: „Vielleicht waren auch wir da und dort zu gutgläubig. Wir sind gewarnt. Wir werden noch wachsamer. Einer Wiederholung dieses beschämenden Schauspiels von Machtrausch und Größenwahn stellen wir uns mit allen publizistischen Mitteln entgegen.“ Auf Twitter erklärt Pándi euphorisch: „Es ist sehr zu hoffen, dass die SPÖ rasch in eine staatstragende Rolle findet.“ Aber vielleicht haben so manche FPÖ-Politiker diese Worte bereits wieder vergessen, wenn sie einmal zum hoffnungsvollen Sektempfang bei Fellner oder Dichand eingeladen sind.

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