VW: Diess will sich mit einer Personalrochade retten

Das Personalkarussell, das Dies mit dem Wechsel Blumes auslöst, kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Vorstandsvorsitzende selbst schwer angeschlagen ist. Nicht nur die Software- und Qualitätsprobleme bei den für den Konzern so wichtigen neuen Modellen Golf und ID.3 haben an der Reputation des Konzernchefs gekratzt. Sein allzu forsches Auftreten gegenüber der Politik mit seiner Forderung nach quasi bedingungslosen finanziellen Hilfen des Staats zum Ankurbeln der in der Coronakrise eingebrochenen Verkäufe und nicht zuletzt sein Vorstoß auf vorzeitige Vertragsverlängerung als Entschädigung für seine Einwilligung zur Einstellung des Verfahrens wegen Marktmanipulation infolge des Abgasskandals und der damit verbundenen Stafzahlung von 4,5 Millionen Euro haben ihn Sympathien im Aufsichtsrat gekostet. Weitere Tiefschläge verpassten ihm und dem Konzern Gerichte in Deutschland und in den USA im Zusammenhang mit Entschädigungszahlungen an Käufer abgasmanipulierter Fahrzeuge. Und jetzt hat ihm die Bundesregierung auch noch eine Abwrackprämie und eine Verkaufsunterstützung für Benziner und Dieselfahrzeuge verweigert. Selbst wenn Vater Staat den Kauf von Elektroautos mit einer weiteren Geldspritze fördern will, hilft das den gebeutelten Konzernmarken nicht viel weiter – es fehlen schlicht die passenden Fahrzeuge. Schwer vorstellbar, dass Diess länger als bis Ablauf seines aktuellen Vertrags im Jahr 2023 im Amt bleiben kann – falls ihn Bernd Osterloh nicht doch noch vorzeitig rausekelt.

Der Beitrag VW: Diess will sich mit einer Personalrochade retten erschien zuerst auf Tichys Einblick.

• Weiterlesen •