Untaugliche Beamtungsgeräte: Bosnischer Ministerpräsident wegen Korruptionsverdacht verhaftet

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Die Corona-Krise sorgt jetzt auch bezüglich Korruption und Beschaffungskriminalität für Aufsehen. Die Anschaffung von 100 umstrittenen Beatmungsgeräten in Bosnien-Herzegowina (Föderation Bosnien und Herzegowina) hat sogar zur Inhaftierung von Ministerpräsident Fadil Novalić geführt. Vorerst wurde der Regierungschef in eine 24-stündige Untersuchungshaft durch die Justiz genommen.

Neben Novalić wurde auch der bereits suspendierte Direktor der Förderationsverwaltung für Zivilschutz, Fahrudin Solak, sowie der Importeur der Beatmungsgeräte, Fikret Hodžić, in Untersuchungshaft genommen.

Verdacht des Amtsmissbrauchs und der Geldwäsche

Für alle drei Personen wurden von den Ermittlungsbehörden im Zusammenhang mit der U-Haft begründete Verdachtsmomente im Zusammenhang mit Amtsmissbrauch, Dokumentenfälschung, Bestechung sowie Geldwäsche angeführt. Nach dem bereits erfolgten Import von nicht weniger als 80 der 100 bestellten Beatmungsgeräte wurde festgestellt, dass diese nicht einmal ein Mindestmaß der Eigenschaften für eine adäquate Behandlung von Patienten auf Intensivstationen in Krankenanstalten erfüllen würden.

Nicht Qualitätskriterien, sondern mutmaßliche Beeinflussung der Politik und Verwaltung sollen zu den erfolgten Bestellungen der untauglichen Medizintechnik-Produkte geführt haben.

Fadil Novalic

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