Fußnoten zum Mittwoch

Ein Artikel von FRAGOLIN

Das mediale Staunen ist groß. Da wurde doch jetzt so viel „gelockert“, und trotzdem bleiben die fast zwei Millionen Kurzarbeiter und Arbeitslosen.
Kurz, der Herr, sprach: Es werde Shutdown! – und das Licht ging aus.
Kurz, der Herr, sprach: Es werde Lockerung! – und das Licht blieb aus.
Schlechte Nachrichten, meine Damen und Herren der Politik und der schreibenden Zunft:
Ihr habt aus Angst vor Flöhen den Hühnerstall abgebrannt und alle Eier zerschlagen, die halben Hühner gerupft und den Hahn geschlachtet. Jetzt die nackerten Hühner in die Ruine auf die Spiegeleier zu setzen und zu sagen: „Ihr müsst nur ordentlich brüten, dann wird alles wieder gut!“, wird nicht funktionieren.
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In den Medien wird gerade abgelästert über den Präsidenten von Tansania, der seinen Leuten erklärt, man brauche keinen Shutdown und solches Teufelszeug sondern müsse nur Beten und Gottvertrauen zeigen, dann würde Gott das Virus wieder von ihnen nehmen. Ja, das ist Bullshit, das wird sogar der Papst bestätigen. Aber was ich besonders bemerkenswert finde ist das arrogante und geradezu rassistische Lästern der sich selbst als linksintellektuelle Medienelite Verstehenden über die primitiven Wilden da in Afrika.
Es ist nämlich so, dass die Menschen dort arm sind, großteils ungebildet und von der Wirtschaft ihr Leben abhängt. Es gibt keine Kurzarbeitsprogramme und Notstandshilfen, Soziale Hängematten und Hilfspakete „koste es, was es wolle“. Keine Arbeit bedeutet keine Einnahmen bedeutet Hungertod. Und dann lästert hier die selbst maximal abgesicherte Forengemeinde des „Standard“ über die Primitiven.
Was der Präsident eines Shitholes wie Tansania nicht machen kann ist mit einem Kotau vor der WHO die gesamte Wirtschaft seines Landes an den Baobab zu knallen um eine kaum vorhandene alte Gesellschaft vor dem Virus zu schützen, indem man massenhaft Kinder verhungern lässt.
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Einer der Gründe: In den afrikanischen Nationalparks bleiben die Touristen aus, die Ranger können nicht mehr bezahlt werden, die von Folkore-Vorstellungen lebenden Dörfer stehen ohne Einkommen da und jetzt wird befürchtet, dass die vor Hunger bald wieder auf das Geschäft der Wilderei umsteigen werden. Das grüne Paradies ohne kolonialistischen Tourismus und klimaschädlichen Flugverkehr ist angebrochen… endlich ist Afrika frei und kann selbst entscheiden, ob es seine Wildtierbestände lieber wegfrisst als sie für ausbleibende Touristen aufzuheben.
Was haben die Weißen jemals für Afrika getan?
Vor ein paar Jahrzehnten durfte man die Erklärung noch im Kino sehen:

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