Ein Universitäts-Kodex zur Religionsausübung: vormodern und unaufgeklärt






Ein Artikel von TichysEinblick

Mitte Oktober hat Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, den „Verhaltenskodex zur Religionsausübung an der Universität Hamburg“ vorgestellt. Der Kodex soll „das respektvolle und friedliche Miteinander aller Universitätsangehörigen bei der Ausübung verschiedener Glaubensüberzeugungen regeln“, so die Pressemitteilung der Universität. Der Kodex wurde durch eine Expertenkommission unter Vorsitz der Philosophieprofessorin Birgit Recki erarbeitet. Der Kommission gehörten zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen der Universität Hamburg an: Islamische Theologie, Katholische Theologie, Japanischer Buddhismus, Evangelische Theologie, Philosophie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Islamwissenschaft, Verfassungsrecht, Jüdische Philosophie und Religion sowie Islamisches Recht. Dieter Lenzen begründete im Juni die Einsetzung der Expertenkommission mit „einer Entwicklung auf dem Campus, in der religiöse Forderungen und Praktiken immer mehr Raum einnehmen“. Als Beispiele nannte Lenzen das öffentliche Beten oder „den Wunsch, ob man den Stundenplan der Universität nach Gebeten ausrichten kann, soll oder muss.“ Lenzen konstatierte eine „Expansion des Religiösen insgesamt in unsere Gesellschaft“. Dies werfe Fragen auf, die durch die Kommission beantwortet werden sollten.

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